Donnerstag, 28. April 2016

Dörrbohnen mit Speck aus dem Slow Cooker



Bevor der Frühling samt steigender Temperatur zurückkehrt, noch schnell ein Rezept für ein deftiges Gericht aus dem Slow Cooker. Auf Märkten und in Bauernhofläden ist das getrocknete Gemüse meist nur im Herbst und Winter zu finden, aber glücklicherweise gibt es seit einiger Zeit Schweizer Dörrbohnen bei Migi und Konsi das ganze Jahr über im Sortiment. Einem Dörrbohnensalat im Sommer, bevor die frischen grünen Bohnen geerntet werden können, steht nun nichts mehr im Weg. Doch die letzten Abende war es definitiv zu kalt für Salat, darum gab es noch einmal die Eintopfversion. Herr C. und ich waren so begeistert von den Bohnen aus dem Slow Cooker, dass kein Fitzelchen für ein Foto übrig blieb. Darum habe ich mir erlaubt, das Bild des ursprünglichen Posts wiederzuverwerten, denn an der Optik hat sich nichts geändert. Aber der Geschmack... Leute, das waren die besten Dörrbohnen, die ich je geniessen durfte... Saftig, umamig, göttlich...*schwelg*. Es ist beschlossene Sache: Ab jetzt gibt es im Hause C. Dörrbohnen nur noch aus dem Slow Cooker. 


Für 2 nach der Gartenarbeit sehr hungrige Personen als Hauptgericht:

  • 100 gr Schweizer Dörrbohnen (z.B. von Vegusti)
  • ein Stück Magerspeck (ca. 300 gr)
  • 1 grosse Zwiebel
  • 6 kleinere Knoblauchzehen
  • 10 Stengel frisches Bohnenkraut oder 2 Tl getrocknete Bohnenkrautblätter
  • 1 Schuss Noilly Prat
  • Salz oder Gemüsebouillon

Bohnen ein paar Stunden/über Nacht in kaltem Wasser einweichen, am nächsten Tag gut abspülen und abtropfen lassen. Slow Cooker auf Stufe HIGH vorheizen. Speck in fingerbreite Stücke schneiden, in einer Pfanne beidseitig langsam anbräunen. Nebenbei in einem Topf einen Liter Wasser zum Kochen bringen. Unterdessen die Zwiebel halbieren und der Länge nach in dünne Streifen schneiden. Gebräunte Speckstücke in den Einsatz des Slow Cookers legen. Zwiebelstreifen im Speckfett anbräunen. Knoblauchzehen schälen und unzerteilt mit dem Bohnenkraut in die Pfanne geben. Mit Noilly Prat ablöschen, fast einkochen lassen und den Pfanneninhalt ebenfalls in den Einsatz befördern. Abgetropfte Dörrbohnen zugeben, und mit schwach gesalzenem Wasser oder Gemüsebouillon auffüllen, bis das Gemüse ganz knapp bedeckt ist. Deckel auflegen und 3-4 Stunden auf HIGH garen, bis die Bohnen weich, aber nicht matschig sind. Zwischendurch mal umrühren und ggf. nachsalzen kann nicht schaden. Mit Salzkartoffeln servieren.


Montag, 25. April 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -48-



[GE]gessen: Ofenfleischkäse, dazu Salat mit Basilikum und Arganöl

[GE]trunken: Marokkanischer Pfefferminztee

[GE]grillt: Eine Salsiccia und zwei Bärlauchbratwürste 

[GE]backen: Pizza mit Bleu d'Auvergne und Urfa Biber & Orangenherzen

[GE]wesen: Tagestour quer durch Zürich

[GE]sehen: Anonymus & Meine Tante aus Fukushima

[GE]lesen
Vergebung - Stieg Larson
Böse Absichten - Keigo Higashino
Hanoi Hospital - David Frogier de Ponlevoy

[GE]freut: Über ein Ringelshirt aus Bio-Baumwolle von Tante Z.

Über mich selber [GE]ärgert:
Herr Schweinwoll hat in einem Anfall von Wahnsinn Blätter der kürzlich umplatzierten Flamingoblume angeknabbert. Doof, weil ich diese Pflanze ganz besonders gerne mag. Noch viel blöder: Mir war nicht bewusst, dass Anthurien giftig sind. Darum sofort einen halben Liter Kamillentee verabreicht (den er lustigerweise unglaublich gerne säuft) und jede Stunde bis Mitternacht einen Pipigang mit ihm unternommen. Alles glimpflich abgelaufen, er hatte keinerlei Vergiftungssymptome und auch am nächsten Tag keine Nachwirkungen.
*puuuh*

In Züri [GE]kauft
Helles Miso, getrocknete Mandarinenschalen, brombeerförmiger Assam-Pfeffer, Rapskerne, schwarzer Knoblauch, Amaranth-Reis-Drink, 
Riso Nerone und ein Buch über Käseherstellung

[GE]hört: When Doves Cry - Prince

Endlich an[GE]kommen:
Ein Paket mit Pflanzen für den Garten und die Terrasse:
Zwei Cassis-Sträucher, zwei Zierquitten, eine Kornelkirsche, 
ein Sanddorn und eine Felsenbirne.

Sonntag, 24. April 2016

Peppige Linsensuppe mit Shiitake




Es regnet.... und regnet.... und regnet.... und regnet immer noch....
Dank der ungemütlichen Temperatur, gibt es schon wieder Suppe statt Salat.
Als Finish bevorzuge ich ein paar Spritzer Zitronensaft, Herr C. hingegen einen grossen Klacks Mascarpone.


Für 4-6 Personen:

  • 6 grosse getrocknete Shiitake
  • 230 gr ganze rote Linsen
  • 2 El Ghee oder Kokosöl
  • 3 grosse Karotten (ca. 300 gr)
  • 2 Stangen Staudensellerie (ca. 100 gr)
  • 1 mittlere Zwiebel 
  • 1 grosszügiger Schuss Rotwein
  • 2 Tl Massaman-Currypaste
  • 1/4 Tl Kurkumapulver
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz 
  • schwarzer Pfeffer
  • 1/4 Zitrone oder 1 gehäuften El Mascarpone pro Person

Shiitake in 500 ml heissem Wasser zugedeckt 30 Minuten einweichen. Linsen in ein Sieb geben, gründlich waschen und zur Seite stellen. In einem grossen Topf Ghee auf kleinster Stufe zerlassen. Unterdessen Rüebli und Zwiebel schälen, Stangensellerie putzen und alles in nicht zu kleine Würfel schneiden. In den Topf geben, Hitze auf mittlere Stufe drehen und das Gemüse etwa 10 Minuten anschmurgeln, bis es herrlich duftet und ganz leicht gebräunt ist. Während das Gemüse im Topf weilt, die Shiitake aus dem Wasser fischen, Stiele entfernen und Hüte in kleine Stücke schneiden. Hitze hochdrehen und den Topfinhalt mit dem Wein ablöschen. Vollständig verdampfen lassen, dann die Shiitakestücke, abgetropfte Linsen, Currypaste, Kurkumapulver und Lorbeerblatt unterrühren. Zwei Minuten rührbraten, dann das Einweichwasser der Pilze zugeben. Bodensatz nicht mitverwenden, er könnte sandig sein. Einen Liter Wasser zugiessen. Zum Kochen bringen, Hitze etwas reduzieren und ca. 10 Minuten kochen lassen, bis die Linsen fast gar sind. Erst dann kräftig salzen. Weitere 5-10 Minuten kochen, bis Gemüse und Linsen weich sind. Heiss mit den Zitronenvierteln und/oder Mascarpone servieren. 


Freitag, 22. April 2016

DIY Hafermilch aus Hafergrütze



Bald flattern sie wieder fröhlich durch die Wohnung, die verdammten Lebensmittelmotten. In unserer vorherigen Wohnung gab es nur einmal Probleme mit den kleinen Mistviechern, die ich damals wahrscheinlich mit einer Packung Bio-Kamut eingeschleppt hatte. Grosszügiges Entsorgen und gründliches Putzen machte ihnen den Garaus, und die folgenden Jahre war Ruhe im Schrank. Leider hat sich das nach unserem Umzug schlagartig geändert, denn hier scheinen sich Motten aller Art pudelwohl zu fühlen. Aus diesem Grund riecht unser Schlafzimmer immer nett nach Lavendel und im Vorratsschrank klebt überall Mottenpapier. Um ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen, versuche ich die gefährdeten Vorräte so mottensicher wie möglich zu lagern, alles (einigermassen) regelmässig zu kontrollieren und schon länger angebrochene Getreideprodukte zügig aufzubrauchen. Bei der letzten Durchsicht fand sich ein Glas Hafergrütze, die ich für irgendein Rezept besorgt hatte, an das ich mich partout nicht mehr erinnern kann. Auf der Suche nach Verwendungsmöglichkeiten, stiess ich bei Pinterest auf die Idee, aus Hafergrütze Hafermilch herzustellen. Nach ein paar Experimenten, deren Ergebnisse irgendwo zwischen zu dünn und Porridge pendelten, habe ich für mich die perfekte Rezeptur gefunden. Ich weiss, dass viele Leute der Meinung sind, Johannisbrotkernmehl hätte in Pflanzendrinks nichts zu suchen. Grundsätzlich stimme ich der Menge zu, aber da ich noch ein fast volles Gläschen davon besitze (wurde mal für ein Rezept von Ferran Adrià angeschaft) und es ganz nett finde, wenn pflanzliche Milch homogen bleibt, gebe ich es hier in der Zutatenliste an. 


Zutaten für ca. 750 ml Hafermilch:

  • 75 gr grob geschrotete Hafergrütze

Über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten und gründlich mit kaltem Wasser abspülen. Kurz abtropfen lassen, dann die Hafergrütze in einen Topf geben.

  • 800 ml kaltes Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 Msp Vanillemark 
  • Süssungsmittel nach Geschmack* 
  • 1/4 Tl Johannisbrotkernmehl (optional)

500 ml Wasser zu der Hafergrütze in den Topf giessen, alles zum Kochen bringen und 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Topf zur Seite ziehen, die restlichen 300 ml Wasser zugeben und mit dem Stabmixer 2-3 Minuten sehr fein pürieren. Auf einem hitzebeständigen Gefäss (z.B. Messbecher aus Glas, Kaffeekanne) ein Spitzsieb platzieren, den Topfinhalt hineingiessen und Hafermatsch leicht ausdrücken. Den Kochtopf unterdessen auswaschen und ein feines Teesieb drauflegen. Flüssigkeit langsam in das Sieb giessen, um eventuell noch vorhandene Krümelchen herauszufiltern. Vanillemark und Süssungsmittel kurz mit dem Stabmixer einpürieren. Falls verwendet, das Johannisbrotkernmehl nun zugeben und den Topfinhalt mit dem Stabmixer nochmals eine Minute kräftig durchwirbeln, damit sich keine Klümpchen bilden. Die crèmige Hafermilch in eine saubere Flasche abfüllen, im Kühlschrank lagern und innerhalb von 4 Tagen verbrauchen. 

* Ich finde eine Mischung aus dunklem Agavendicksaft (ca. 1 El) und Kokosblütenzucker (ca. 1/2 El) sehr apart, obwohl die Optik des fertigen Getränks ein bisschen darunter leidet. Die Mengenangaben sind übrigens reine Schätzungen, denn ich süsse immer Handgelenk mal Pi. Manchmal mehr, manchmal weniger und wenn die Hafermilch in salzigen Gerichten eingesetzt werden soll, nur mit einer Prise Kokoszucker. 


Montag, 18. April 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -47-



[GE]gessen
: Suuri Lääberli mit Sesam-Somen-Nudeln

[GE]trunken: Eisgekühlter Heisser Hirsch

[GE]trocknetZwei übrige Randen (für Randenpulver)

[GE]backen: Körnlibrot aus dem Topf & Heidelbeerpie mit Farina bona

[GE]wesen: Im Garten, einen neuen Rhabarberstock eingepflanzt

[GE]sehen: The Queen und die erste Folge von Fawlty Towers

[GE]lesen
Verdammnis - Stieg Larson
Die Sprache der Knochen - Kathy Reichs

[GE]freut: Über einen bunten Strauss Tulpen aus dem eigenen Garten

[GE]kauft: Rote Bitumendachplatten für den Vorbau des Gartenhäuschens. Sie dienen als Ersatz für die qualitätstechnisch katastrophal schlechten Dachplatten von Hornbach, die knapp 10 Monate nach dem Kauf völlig durchhängen und im Winter an den Seiten/Rändern auch noch grossflächig zersplittert sind. Die vorherigen Dachplatten (damals auch bei Hornbach gekauft), haben mehr als 12 Jahre gehalten, bis erste Ermüdungserscheinungen sichtbar wurden. Und natürlich kann der kontaktierte Herr vom Kundendienst eine Qualitätsverschlechterung völlig ausschliessen....

[GE]hört: Five Live EP - George Michael & Queen with Lisa Stansfield

Für den Terrassengarten aus[GE]sät:
Zitronenbasilikum, Wiesenkerbel, Schnittknoblauch
Danach gleich noch ein paar neue Mitbewohner umgetopft: Eine kleine Duftpelargonie, einen gelb-grünen Thymian, eine Zitronenverbene, zwei Oreganosorten und zwölf Lorbeerpflänzchen, die ich auf zwei grosse Tontöpfe verteilt habe.


 Mich [GE]fragt, wann der Alptraum endet:
Statt dem arroganten Hausverwaltertyp, erschien zur Vorbesichtigung der Wohnung die bis anhin verschollen geglaubte Tochter von Herman Munster. Sie kam daher mit einer Ozzy-Osbourne-Gedenkfrisur (Tubenschwarz mit violetten Strähnen), knisterndem schwarzen Polyester-Anzug, schwarzen Plastikstöckelschühchen und strahlend weiss gebleichten Beisserchen, um die sie Christopher Lee beneidet hätte. Gruselig, sage ich euch. Und fast noch blasierter als ihr Kollege, der nicht einmal die Höflichkeit besessen hat, mir die personelle Änderung (?) anzukündigen. Diese Verwaltung scheint ein Nest für unfähige, unausstehliche Menschen zu sein...


Sonntag, 17. April 2016

From Italy with Love: Shiitake Dashi



Es regnet.... und regnet.... und regnet.... und regnet....
Darum gibt es heute wieder einmal Suppe statt Salat.
3 Zutaten aus dem Vorratschrank + 3 Zutaten aus dem Tiefkühler = Shiitake Dashi
Ohne Kombu und Bonito, dafür mit Parmesanrinde.
Wer keine zur Hand hat, lässt sie einfach weg. 
Geheimtipp: Risotto mit Shiitake Dashi kochen. 
Mehr Umami geht nicht.


Für etwa 800 ml:

  • 30 gr getrocknete Shiitakepilze
  • 2 getrocknete Tomatenhälften
  • 1 wünziges Stückchen Muskatblüte (ca. 1 cm x 5 mm)
  • 1 Stück Parmesanrinde, frisch oder aus dem TK (ca. 8 x 5 x1,5 cm)
  • 2 Petersilienstängel, frisch oder aus dem TK
  • Salz oder Miso

Pilze, Tomatenhälften und Muskatblüte in einen Topf geben, mit einem Liter kaltem Wasser bedecken. Deckel auflegen und 2 Stunden einweichen lassen. Käserinde und Petersilienstängel zugeben, Topfinhalt ohne Deckel zum Kochen bringen und 5 Minuten kräftig kochen lassen. Herd ausschalten, Deckel auflegen und 10 Minuten auf der heissen Platte ziehen lassen. In ein Spitzsieb schütten, Gemüse kräftig ausdrücken und die Flüssigkeit auffangen. Pilze zur Seite legen, den Rest entsorgen. Sieb mit einem Geléetuch oder einem Papierfilter bestücken. Dashi nochmals filtern, damit eventuell ausgekochte Sandkörnchen nicht den Genuss trüben. Vorsichtig salzen oder mit Miso würzen. Mit ein paar Schnittlauchröllchen garnieren und heiss servieren. Oder, wie oben schon erwähnt, Risotto damit zubereiten. Oder Polenta. Oder Couscous. 

P.S. Die gekochten Shiitake können 2-3 Tage im Kühlschrank gelagert werden. Bei uns landen sie meist blättrig geschnitten in Bratreis und Gemüsefrittata. Oder fein gehackt in Pastasaucen. Wer gerade keine Verwendungsmöglichkeit hat, befreit die Pilze von ihren Stielen, verpackt die Hüte in ein Tupperdöschen und legt sie für einen Dornröschenschlaf in den Tiefkühler.

Dienstag, 12. April 2016

Mit Rhabarber gesprenkelter Eierlikörkuchen



Gestern konnten wir die ersten zwei wünzigen Rhabarberstengel ernten, und zur Feier des Tages versenkte ich sie in gleich in einem Kuchenteig. Das Ergebnis? Eine saftige Wucht!


Für eine kleine Gugelhopfform (16 cm Durchmesser, ca. 4 Cups):

  • 120 gr sehr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausfetten
  • 90 gr Zucker
  • 1 Prise Vanillepulver 
  • 2 Eier Grösse L, zimmerwarm
  • 40 gr Speisestärke
  • 8 gr Weinsteinbackpulver (1/2 Päckchen)
  • 110 gr Mehl
  • 100 gr Eierlikör, zimmerwarm
  • 50 gr Rhabarber, geputzt und in kleine Quadrate geschnitten

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben, die Form grosszügig ausbuttern und zur Seite stellen. Butter, Zucker und Vanillepulver mit dem Handrührer etwa 3 Minuten crèmig aufschlagen, bis die Masse merklich heller/fast weiss ist. Zuerst die Eier einzeln unterrühren, dann die Speisestärke mit dem Backpulver. Abwechselnd Mehl und Eierlikör untermischen, zuletzt die Rhabarberstücke einrühren. In die vorbereitete Form füllen, glatt streichen und ab damit in den Ofen. Gesamtbackzeit: ca. 45 Minuten. Eventuell nach 25 Minuten locker mit Alufolie abdecken, falls die Oberfläche zu schnell bräunt. Nach positiv verlaufener Stäbchenprobe die Form aus dem Ofen holen, 10 Minuten abkühlen lassen und dann vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen.


Sonntag, 10. April 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -46-



[GE]gessen: Gebratene Rinderleber mit Zwiebeln, Kräuterbutter und Rösti

[GE]trunken: Zwei Stangen Bier dazu

[GE]kocht: Kartoffelstock mit viel frisch geriebener Muskatnuss

Beim Entsorgen des Altglases neben dem Alucontainer 
gefunden, gründlich gereinigt und neu ein[GE]brannt: 
Einen orangefarbenen Gusseisenbräter aus dem Eisenwerk Klus 

[GE]wesen: Zum ersten Mal in der Kompostieranlage Hardacker 

[GE]sehen: The Dressmaker mit Kate Winslet

[GE]lesen
Der letzte Tanz: Der Untergang der russischen Aristokratie - D. Smith
Die Kirschblütenreise - Miki Sakamoto
The Sweet Life in Paris - David Lebovitz
Verblendung - Stieg Larsson

In einem Brocki [GE]kauft
Einen riesigen, gusseisernen Le Creuset Gourmet-Profitopf 
(Gibt es eigentlich einen Begriff für Leute, die süchtig 
sind nach gusseisernem Kochzubehör? Gussmanier?)

[GE]hört
Disco Ball - Carlos Leal 
On ira - Zaz

[GE]freut, die Erste
Schwesterherz hat mir am Freitag ganz überraschend ein Säckchen mit Goodies überreicht. Darin waren eine Flasche Mastix-Duschgel, ein Naturschwamm (LOVE IT!), drei Likörfläschchen von Roots und eine Dose griechischer Honig. 

[GE]freut, die Zweite:
Endlich ist die Wohnung unserer Mutter geräumt, blitzeblank geputzt und bereit zur Schlüsselübergabe.

[GE]ärgert, die Fortsetzung:
Nach einigen Tagen hat sich der unglaublich arrogante Hausverwaltungstyp doch noch gemeldet. Er gönnt mir keine Antwort auf meine Nachfragen, geschweige denn eine Kopie der Postquittung. Und nun redet bzw. schreibt er nur noch von einem "unterschriebenen" Brief, kein Wort mehr von "eingeschrieben zugestellt" 
Der denkt wahrscheinlich, Leseverständnis ist nur etwas für Leute, die keine ausländisch klingenden Nachnamen tragen...
Der Ton dieses und des nachfolgenden Mails, lassen nur eine Schlussfolgerung zu: 
Dieser Mann hat sich den Titel "Arschloch des Jahres" mehr als verdient. 
Wünsche ihm von ganzem Herzen, dass er nach dem Tod eines Elternteiles von irgendjemandem genau so abfällig behandelt wird, wie er sich bisher mir gegenüber verhalten hat. Und leider ist noch kein Ende in Sicht. Am Dienstag "darf" ich ihm auch noch persönlich begegnen, da er die Wohnung kontrollieren wird...


Donnerstag, 7. April 2016

Erdbeer-Sesam-Shake



Sie sahen unglaublich verführerisch aus. Sie rochen so aromamatisch. Und kosteten keine zwei Franken, da musste ich doch einfach zugreifen, obwohl ein leises Stimmchen in meinem Kopf davon abriet. Wie so oft, hatte das Stimmchen natürlich recht, denn die Erdbeeren aus Spanien hätten bei einer Blindverkostung auch als säuerliche Apfelstückchen durchgehen können.

                           

In solchen Fällen landen die Beeren bei uns entweder in einem Kompott oder in einem Shake. Wenn Herr C. mittrinkt, dann gibt es eine "normale" Version aus Erdbeeren, Kuh- oder Hafermilch, wenig Vanille und Zucker nach Bedarf. Für mich alleine verwende ich gerne andere Süssungsmittel. Die verschiedenen Nuancen, die z.B. Birnel oder Dattelsirup mitbringen, finde ich besonders in Mixgetränken sehr interessant. Ganz im Gegensatz zu Herrn C., der sich dann oft erkundigt, ob der komische Nachgeschmack von angegammelten Zutaten herrührt...


Für 2 Personen:

  • 4-5 grosse Medjool-Datteln 
  • 500 ml kaltes Wasser
  • 3 El helles Sesammus
  • 1/4 Tl Vanillepulver
  • 6 grosse Eiswürfel
  • 350 gr Erdbeeren, geputzt und in kleine Stücke geschnitten
  • ein paar Tropfen Zitronensaft 

Datteln entkernen, in kleine Stücke schneiden und in den Mixbecher geben. Mit etwa 200 ml Wasser bedecken und superfein pürieren. Sesammus und Vanillepulver einmixen. Eiswürfel zugeben und zermixen. Restliches Wasser und Erdbeeren untermixen. Mit Zitronensaft abschmecken und sofort servieren.


Sonntag, 3. April 2016

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -45-

           

[GE]gessen: Mit Sternanis gewürztes Birnenkompott 

[GE]trunken: Rhäzünser Plus Kräuter

Zusammen[GE]rührt: Fenchelpollenglacé aus Schafsmilch

[GE]backen: Ofenfrites mit Currypulver
Marble Rye mit Kümmel- und Dillsamen
Bananenkekse mit Kokosöl

[GE]wesen: In der Bibliothek, während es sich das Schweinwoll in der ersten Reihe gemütlich gemacht hat

[GE]sehen: Arsen und Spitzenhäubchen

[GE]lesen
Stürmische Jahre: Die Manns, die Riesers, die Schwarzenbachs 
Eveline Hasler
[GE]ärgert, erster Teil:
Bei der Hausverwaltung angerufen: Guten Tag, ich habe die Wohnung meiner verstorbenen Mutter Ende Januar gekündigt und warte, trotz telefonischer Zusicherung, immer noch auf eine schriftliche Bestätigung. Arroganter Typ: Haben wir am 2. Februar eingeschrieben zugestellt. Meine Antwort: Tut mir leid, aber bei mir ist nichts angekommen. Sonst würde ich ja nicht dauernd nachfragen, oder? Bitte senden sie mir den Postbeleg zu, damit ich nachforschen kann. 
Mail bekommen, gelesen und geantwortet: Besten Dank für ihr Schreiben. Leider nützt mir die Kopie des angeblich am 2.2. versendeten Briefes nichts, ich hätte gerne, wie besprochen, die Postquittung.
Antwort: Stille.
Gleiche Bitte nochmals auf den AB gesprochen.
Antwort: Stille.
Nochmals ein Mail geschrieben.
Antwort: Stille.
Blöder Vollidiot!

[GE]ärgert, zweiter Teil: Über die Post.
Paket verschickt, Paket nach 3 Tagen zurückgekommen.
Aber warum bloss???
Empfängerin & Versenderin haben zusammengezählt 7 Telefonate
mit dem Kundendienst der Post geführt und jedesmal eine andere Auskunft erhalten. Beispiel: Das Paket wurde retourniert, weil es seit dem 2. März in der Postfiliale lag und nicht abgeholt wurde. Antwort: Kann nicht sein, da ich das Paket ja erst am 17. März aufgegeben habe! Weiteres Beispiel: Die Zustellung war unmöglich, weil kein Nachsendeauftrag besteht. Antwort: Natürlich besteht kein Nachsendeauftrag, es ist ja niemand umgezogen! Kundenfreundliche Lösungen? Gibt's nicht, haben wir nicht. Nach 7 Tagen hin und her musste ich das vermaledeite Ding abholen, Rücksendeporto dafür bezahlen und wir wissen immer noch nicht, warum das Paket wieder bei mir gelandet ist.

Sehr [GE]freut, weil es eben auch anders geht
Für den geerbten, fast 30 Jahre alten Kirschenentkerner von Leifheit benötigte ich dringend eine neue Gummilippe. Ohne grosse Hoffnung beim Kundendienst im Coop City nachgefragt, ob ich das Ersatzteil bei ihnen bestellen könne, da sie das Gerät dieser Firma im Sortiment haben. Die Dame huschte schnell ins Lager, kam mit einer Gummilippe zurück und drückte sie mir lächelnd in die Hand. Völlig überrascht erkundigte ich mich nach der geschuldeten Summe und bekam zu hören: 
Nichts, das ist ein Geschenk des Hauses.
Einsatz des Geschäfts: Etwa einen halben Franken. 
Gewinn: Eine neue Stammkundin.

[GE]hört: Love in an Elevator - Aerosmith

 [GE]lacht

                          


Samstag, 2. April 2016

Eierlikörkuchen mit Brombeeren



Im letzten Spätsommer bin ich eines Abends in den total verwilderten Nachbargarten geschlichen und habe alle Brombeeren gepflückt, die ich ohne grössere Verletzungen erreichen konnte. Der kostbare Schatz wanderte sogleich in die Tiefkühltruhe und wurde vergessen für den Osterbrunch wieder aus der Versenkung geholt. Als süsses Finale hatte ich eigentlich einen Eierlikörkuchen mit Rhabarber vorgesehen, doch die TK-Vorräte waren erschöpft und die Stängel im Garten noch viel zu klein. So hatte ich die Qual der Wahl zwischen Stachelbeeren (kann Schwesterherz nicht leiden), Himbeeren (dito), roten Johannisbeeren (mag Herr C. nicht besonders), schwarzen Johannisbeeren (perfekt, nur leider zu wenig) und den gemopsten Brombeeren. Schwierig, unter solchen Bedingungen die richtige Entscheidung zu treffen... Doch schlussendlich kam der saftige Kuchen so gut an, dass ich nur noch ein Randstückchen für einen Schnappschuss retten konnte. 


Für eine rechteckige Brownieform (20 x 30 cm):

  • 250 gr weiche Butter & ein Knubbel zum Ausbuttern
  • 200 gr Zucker
  • Abrieb einer halben Zitrone
  • 1/8 Tl Vanillepulver
  • 1 Prise Salz
  • 4 Eier Grösse L
  • 220 gr Mehl 
  • 80 gr Speisestärke
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 200 gr selbst gemachter Eierlikör*
  • ca. 350 gr Brombeeren, frisch oder gefroren 

Form mit dem Knubbel Butter grosszügig einfetten, zur Seite stellen. Ofen auf 190 Grad vorheizen und das Gitter auf der zweiten Schiene von unten einschieben. Butter, Zucker, Zitronenabrieb, Vanillepulver und Salz mit dem Handrührer crèmig aufschlagen. Eier einzeln zugeben und jeweils 30 Sekunden unterrühren. Mehl, Speisestärke und Backpulver in einer anderen Schüssel vermischen. Abwechselnd Mehlmischung und Eierlikör unter die Eiermasse rühren. In die eingefettete Form löffeln und die Oberfläche glatt streichen. Die Beeren möglichst gleichmässig auf dem Teig verteilen. Form auf das Gitter stellen und etwa 45-50 Minuten bei 190 Grad backen, bis die Stäbchenprobe positiv verläuft. Falls der Kuchen zu schnell bräunt, die Oberfläche locker mit Alufolie abdecken. In der Form auskühlen und vor dem Servieren möglichst ein paar Stunden durchziehen lassen. Und bloss nicht die Schlagsahne dazu vergessen! Wenn schon, denn schon.


* Eierlikör gibt's bei uns nur aus demeter-Eiern nach meinem Hausrezept:

  • 200 ml UHT-Rahm/H-Sahne
  • 1/3 Vanilleschote
  • 3 superfrische Bio-Eigelb 
  • 180 gr Puderzucker
  • 1 Msp fein geriebene Tonkabohne
  • 250 ml milder Kirsch 
  • 2 El Cognac

Vanilleschote der Länge nach halbieren, Mark auskratzen. Schote und Mark zusammen mit dem Rahm in einem kleinen Topf aufkochen lassen. Topf vom Herd nehmen und die Vanillesahne 15 Minuten ziehen lassen. Zwischendurch umrühren, damit sich keine Haut bildet. Unterdessen Eigelb, Puderzucker und Tonkabohne mit dem Handrührer verquirlen, bis die Masse sehr hell/fast weiss ist. Vanilleschote entfernen und den Rahm unter stetigem Rühren zur Eiermischung giessen. Den Kirsch zugeben, gut vermischen. Eierlikör in eine (Wasserbad)Schüssel umfüllen, auf einen Topf mit heissem Wasser setzen und langsam erwärmen. Immer schön rühren, damit nichts anhängt. Der Likör sollte nach einigen Minuten anfangen einzudicken. Wichtig: Nicht zu heiss werden lassen (max. 72 Grad)! Soll ja kein Rühreilikör werden. Sobald der Schüsselinhalt schön dickflüssig ist, den Cognac zugeben. In eine ausgekochte Flasche füllen, Deckel zudrehen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann ab in den Kühlschrank damit. Möglichst bald verbrauchen.