Dienstag, 19. September 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -120-




[GE]gessen: Brathuhn aus dem Slow Cooker

[GE]trunken: Federweisser

[GE]kocht: Violette Süsskartoffelsuppe mit Apfel und Garam Masala

[GE]backen: 
Suppenbrot, d.h. ein Brioche mit Süsskartoffelsuppe als Schüttflüssigkeit
Röstiwähe mit Grünzeug und Schinken
Sour Cherry Pie

[GE]wesen: An einer Sitzung, die mehr oder minder eine Farce war (siehe [GE]ärgert)

[GE]sehen
The Autopsy of Jane Doe
Vier Hochzeiten und ein Todesfall
The Strain

[GE]lesen: Baker's Royale - Naomi Robinson

[GE]freut: Endlich ist das zweite Buch von Sarah Owens namens Toast & Jam erschienen. Muss mich nur noch gedulden, bis es bei mir eintrifft.

[GE]ärgert
O-Ton:"... dann wirft das Café halt keinen Gewinn ab..."
Sagte die Person, die dieses Café zukünftig führen soll und den Gästen saure Milch in den Kaffee schüttet, weil sie nicht auf die Idee kommt, das MHD oder den Geruch der Milch zu kontrollieren. Und für's Putzen, Aufräumen und Personalplanung hat sie auch nicht viel übrig. Dafür aber um so mehr für hässlichen Vintage-Kram, mit dem sie die ohnehin extrem knappe Fläche noch vollmüllen will... 
 Not my circus, not my monkeys. 
Gottseidank!

[GE]kauft
Eine grüne Pressglasvase mit Art déco Muster (vlt. Uranglas?)

[GE]hört: When the beat drops out - Marlon Roudette

[GE]lacht
"Zähl doch mal alle Mitglieder der Beatles namentlich auf." - "John und Lennon".

Sonntag, 17. September 2017

Röstiwähe mit Gemüse und Schinken



So etwas nenne ich Resteverwertung de luxe: Gschwellti vom Vortag, angewelkte Lauchzwiebeln, eine einsame Karotte und eine übrige Beinschinkenscheibe verwandelten sich zusammen mit ein paar anderen Zutaten in einen salzigen Kuchen, der warm und kalt schmeckt. Während die Wähe im Ofen ist, bleibt genug Zeit um einen gemischten Salat zusammenzuschnippeln, das Dressing anzurühren und zu überlegen, ob man dazu kaltes Bier oder doch lieber eine Flasche Federweisser servieren möchte. (Der Federweisser hat übrigens gewonnen).


Für eine Wähenform mit 30 cm Durchmesser:

  • 700 gr gekochte Kartoffeln vom Vortag, möglichst ein vorwiegend festkochende Sorte
  • 8 dünne Lauchzwiebeln
  • 4 grosse Zweige glatte Petersilie 
  • 2 grosse Selleriestangen
  • 1 grosse Karotte
  • je ein bombierter 1/4 Tl Sumach und Paprikapulver, edelsüss oder rosenscharf
  • je ein bombierter 1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss und fein zerriebenes Bohnenkraut
  • Kräutersalz 
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 200 gr Schinken, gewürfelt
  • 2 Eier Grösse L
  • 200 gr Sahne
  • 125 gr Milch
  • 1 rund ausgewallter Kuchen- oder Butterblätterteig

Ofen auf 190 Grad vorheizen, Gitter auf der untersten Schiene einschieben. Kartoffeln schälen und an der Röstiraffel in eine Salatschüssel reiben. Lauchzwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Petersilie waschen und mit den Stielen fein hacken. Selleriestangen waschen und in dünne Scheiben schneiden. Karotte waschen oder schälen und ebenfalls an der Röstiraffel reiben. Gemüse zusammen mit den Gewürzen zu den geriebenen Kartoffeln in die Schüssel geben. Kräftig salzen und pfeffern, vermischen und probieren, ob die Masse genug gesalzen ist. Schinken zugeben und kurz untermischen. Eier in einem Messbecher verquirlen, Sahne und Milch kräftig einrühren, leicht salzen. Wähenform mit dem Blätterteig auslegen, Kartoffel-Gemüse-Masse gleichmässig darauf verteilen und leicht andrücken. Guss über die Füllung giessen und dann ab in den vorgeheizten Ofen damit. Backzeit: ca. 60-65 Minuten, bis Füllung und Teig nett gebräunt sind. Heiss oder zimmerwarm servieren.

P.S. Mädels, ich habe euch nicht vergessen. Das Rezept für den perfekten Mohnkuchen folgt nächste Woche.

Mittwoch, 13. September 2017

12 x [GE] - Meine Hirnwindungen unter der Lupe -119-



[GE]gessen: Schinken-Käse-Toast mit eingemachten Birnen
(Schöne Kindheitserinnerungen sind bei diesem Gericht immer inklusiv)

[GE]trunken
Red Thunderball Tea aus Kardamom, Cassia, Nelken, Sternanis & Hibiscus

[GE]kocht
Patates bastisi mit Zucchini, Paprika und Mandelblättchen

[GE]backen: 
Maniokkekse
Birnenbrot mit Hirse, Quinoa und Chia
Den absolut perfekten Mohnkuchen

[GE]wesen: Mit Schwesterherz bei Fünfschilling frühstücken.

 [GE]sehen: The Conjuring / 5 Zimmer Küche Sarg / Still

[GE]lesen
The Sweet Side of Ancient Graines - Erin Dooner
Sweet - Yottam Ottolenghi
Modern Jewish Baker - Shannon Sarna

[GE]ärgert
Dass gewisse Mitarbeiterinnen und auch Vorgesetzte meine Tipps zum Thema Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln stets ignoriert und als unnötig/übertrieben abgetan haben.
O-Ton: Wir haben alles fest im Griff.

Nur heimlich [GE]freut
Diese Woche fand eine Kontrolle durch das Lebensmittelinspektorat statt. 
Fazit: Hätten sie bloss auf mich gehört....

Im Brocki [GE]kauft: Den passenden rosafarbenen Servierteller zu den vorhandenen Fonduetellern aus den 60ern, eine Gebäckschale im Bauhaus-Stil von K & H, ein Väschen mit Verlaufglasur, ein Studiokeramik-Väschen und das Buch Vegan Love Story

[GE]hört: Delicate - Terence Trent D'Arby feat. Des'ree

Vorge[GE]nommen
Nächste Woche, wenn das Wetter mitspielt, Birnen, Bohnen und Speck mit Kartoffelstock zu kochen. I love autumn.

Sonntag, 10. September 2017

Kapuzinerkapern, fermentiert



Seit einigen Jahren experimentieren wir im Schrebergarten mit diversen Pflanzen als Bodendeckern. Dieses Vorgehen hat verschiedene Vorteile: Die Erde trocknet nicht so schnell aus, Unkrautbildung und Erosion werden vermindert, Blühpflanzen locken Bienen an, Schädlingsbefall an Gemüse und Obst reduziert sich, Krankheiten können verhindert werden und im besten Fall ist die Unterbepflanzung auch noch essbar, wie zum Beispiel die Kapuzinerkresse. Mindestens zwei Felder breit darf sich die selbstaussäende Kapuzinerkresse bei uns jedes Jahr austoben, und belohnt die Umwelt dafür bis in den späten Herbst mit einem bunten Blütenmeer. Nach dem Verblühen bilden sich unzählige Samenkapseln, die roh ziemlich scharf sind, nach der Fermentation aber angenehm mild-würzig schmecken. So schliesst sich der Jahreskreis in puncto einheimische Kapern: Begonnen hat er mit den Löwenzahnkapern im Frühling, die sommerliche Fortsetzung waren die Kapern aus unreifen Holunderbeeren und der krönende Abschluss sind die fermentierten Kapuzinerkressekapern, die im Kühlschrank so lange haltbar sind, bis die nächste Löwenzahnsaison beginnt.

Zutaten:

  • grüne Samenkapseln der Kapuzinerkresse, je mehr desto besser
  • Johannisbeerblatt zum Abdecken oder ein passendes Gewicht aus Ton, Glas, Stein etc.
  • Wasser mit 2% Meersalz 

Kapseln vom Stiel befreien, in einzelne Samen zerteilen und gründlich abbrausen. Abtropfen lassen und in nicht zu grosse, peinlich saubere Einmachgläser verteilen. Ideal sind Gläser mit 150-250 ml Füllmenge und Schraub- oder Drahtbügelverschluss. Die Gläser höchstens 3/4 hoch befüllen und die Samen mit einem grossen Johannisbeerblatt abdecken oder mit einem passenden Gewicht beschweren. Die zweiprozentige Salzlake grosszügig anrühren, z.B. 300 gr Wasser und 6 gr Salz für ein Glas mit 250 ml Fassungsvermögen. Mit der Lake bis ca. 2 cm unter den Glasrand übergiessen. Deckel schliessen und an einem warmen Plätzchen (18-22 Grad) ausserhalb direkter Sonneneinstrahlung fermentieren lassen. Nach 12-24 Stunden hat sich ein starker Druck aufgebaut, der je nach Deckelart manuell abgelassen werden muss. Keine Sorge, wenn der Inhalt übersprudelt, das ist völlig normal. Ein Untersetzer (z.B. Dessertschälchen, Suppenteller), wie auf dem Bild zu sehen, ist daher wirklich empfehlenswert. Der Glasinhalt riecht während der ersten Zeit unangenehm schwefelig und blubbert ziemlich stark, aber nach 1-2 Tagen legt sich beides. Wenn nach ca. 4-5 Tagen keine wilde Bläschenaktivität mehr sichtbar ist, ist die Fermentation abgeschlossen. Die Gläser sollten an einem kühlen Ort (Keller, Kühlschrank) aufbewahrt werden. Wenn sauber gearbeitet wurde, halten sich die Kapern locker 6-12 Monate.